Ausbildungsdienste im Mai 2026
Im Mai 2026 fanden zwei umfangreiche Ausbildungsdienste statt, bei denen sowohl die Fähigkeiten im Bereich Atemschutz als auch die technische Hilfeleistung bei Tür- und Fensteröffnungen intensiv trainiert wurden. Ziel der Dienste war es, die Einsatzkräfte praxisnah auf verschiedene Einsatzsituationen vorzubereiten, vorhandenes Wissen zu festigen und den sicheren Umgang mit den eingesetzten Geräten und Werkzeugen zu trainieren.
Den Auftakt machte am Freitag, den 08.05.2026, ein Ausbildungsdienst zum Thema Atemschutz. Im Mittelpunkt standen hierbei die sichere Handhabung der Atemschutzgeräte, das richtige Verhalten unter Belastung sowie die körperliche Fitness der Atemschutzgeräteträger. Um möglichst realistische Einsatzsituationen darzustellen, wurde der Dienst in mehrere praktische Stationen unterteilt.
Die erste Station beschäftigte sich mit der Orientierung unter Nullsicht. Hierfür wurden mehrere Schläuche miteinander verflochten, sodass ein unübersichtliches Schlauchsystem entstand. Jeder Kamerad erhielt eine Kupplung in die Hand und musste sich anschließend unter simulierten Nullsichtbedingungen am eigenen Schlauch entlang bis zum anderen Ende vorarbeiten, ohne dabei den Kontakt zum Schlauch zu verlieren. Diese Übung verlangte den Teilnehmern ein hohes Maß an Konzentration, Ruhe und Orientierungssinn ab und zeigte deutlich, wie wichtig eine strukturierte Vorgehensweise bei Einsätzen in verrauchten Gebäuden ist.
In der zweiten Station stand das richtige Haushalten mit der eigenen Atemluft im Vordergrund. Zusätzlich wurde das sichere Dekonnektieren und Wiederankoppeln des Atemschutzschlauches geübt. Dazu wurde das Atemschutzgerät an einer festen Stelle platziert. Die Teilnehmer mussten zunächst Luft holen, sich anschließend vom Gerät abkuppeln und zu einem nahegelegenen Tisch laufen, auf dem ein Puzzle vorbereitet war. Ziel war es, das Puzzle Stück für Stück zusammenzusetzen. Sobald die Luft knapp wurde, mussten die Teilnehmer zurück zum Gerät, den Schlauch erneut ankoppeln und wieder Atemluft aufnehmen. Danach ging es erneut zurück zum Puzzle. Diese Übung wurde so lange fortgeführt, bis das Puzzle vollständig zusammengesetzt war. Dabei wurden sowohl die körperliche Belastbarkeit als auch der bewusste Umgang mit der begrenzten Atemluft trainiert.
Die dritte Station bestand aus einer Belastungsübung unter angeschlossenem Atemschutzgerät. Die Teilnehmer absolvierten eine kleine Wanderung, während der verschiedene Sporteinheiten eingebaut wurden. Zusätzlich wurde das Retten einer Kameradin mit dem CombiCarrier Typ 2 geübt. Hierbei standen insbesondere Teamarbeit, Kommunikation und der sichere Umgang mit Rettungsmitteln im Vordergrund. Nach der Rückkehr zum Gerätehaus folgte noch eine abschließende Sporteinheit, bevor der Dienst beendet wurde.
Der Ausbildungsdienst im Bereich Atemschutz bot den Teilnehmern eine abwechslungsreiche und praxisnahe Ausbildung. Besonders die Kombination aus körperlicher Belastung, technischem Können und Teamarbeit sorgte für ein realistisches Training und bereitete die Einsatzkräfte gezielt auf mögliche Einsatzsituationen vor.
Am Freitag, den 22.05.2026, fand anschließend ein weiterer Ausbildungsdienst statt, diesmal mit dem Thema Tür- und Fensteröffnung. Ziel dieses Dienstes war es, den sicheren Umgang mit den vorhandenen Öffnungswerkzeugen zu festigen sowie verschiedene Möglichkeiten zur gewaltfreien und gewaltsamen Öffnung von Türen und Fenstern kennenzulernen und praktisch anzuwenden.
Zu Beginn des Dienstes wurde zunächst der Öffnungsrucksack vorgestellt. Gemeinsam wurde besprochen, welche Werkzeuge und Materialien sich darin befinden und für welche Einsatzmöglichkeiten diese verwendet werden können. Die einzelnen Geräte wurden erklärt und deren richtige Anwendung erläutert, sodass alle Teilnehmer einen umfassenden Überblick über die vorhandene Ausrüstung erhielten.
Im Anschluss ging es mit dem Thema Fensteröffnung weiter. Dabei wurde gezeigt, wie eine Fensteröffnung fachgerecht durchgeführt werden kann und welche unterschiedlichen Hilfsmittel und Materialien hierfür zur Verfügung stehen. Alle anwesenden Kameradinnen und Kameraden hatten die Möglichkeit, die verschiedenen Vorgehensweisen selbst auszuprobieren und praktische Erfahrungen im Umgang mit den Werkzeugen zu sammeln.
Danach folgte der Abschnitt Türöffnung. Zunächst wurde die Öffnung einer Tür mit der sogenannten „Glocke“ demonstriert. Diese Methode wurde lediglich vorgeführt, da bei einer praktischen Durchführung zu viele Spezialschrauben verbraucht worden wären. Dennoch konnten die Teilnehmer wichtige Einblicke in die Vorgehensweise und Funktionsweise dieses Gerätes gewinnen.
Im weiteren Verlauf des Dienstes stand die Türöffnung mit der Fräse im Mittelpunkt. Hier konnten alle Teilnehmer selbst praktisch tätig werden und den Umgang mit dem Gerät üben. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer sicheren Arbeitsweise sowie einer kontrollierten und sauberen Durchführung der Türöffnung. Durch die praktischen Übungen konnten die Teilnehmer wertvolle Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten im Bereich der technischen Hilfeleistung erweitern.
Nach einer gemeinsamen Nachbesprechung, bei der die einzelnen Ausbildungsabschnitte nochmals reflektiert und offene Fragen geklärt wurden, konnte auch dieser Ausbildungsdienst erfolgreich beendet werden.
Beide Ausbildungsdienste zeigten eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßige und praxisnahe Übungen für den Feuerwehrdienst sind. Sowohl im Bereich Atemschutz als auch bei der Tür- und Fensteröffnung konnten die Teilnehmer ihre Kenntnisse vertiefen, neue Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten für den Einsatzalltag weiter ausbauen.